GratisHilfe, Nachrichten, Andachts-Spaziergänge

Hilfreiche Impulse in der Corana-Krise

Schritt für Schritt – unterwegs mit GratisHilfe

Anne (Name geändert) hat in ihrem Leben schon vielen Menschen geholfen. Wo Not ist, packt sie selbstverständlich mit an. Ihre eigene Not kennen wenige: Zu Hause häufen sich immer mehr Dinge an. Längst passen die Dinge nicht mehr in die Schränke oder Regale. Wegwerfen geht nicht. In ihrem Umfeld direkt um Hilfe zu bitten, kann sie nicht. Aus Scham, aus Ohnmacht. Dann hört sie von GratisHilfe und ruft im Projektbüro an. Und sie schafft es, ihr Problem beim Namen zu nennen. Eine Gratishelferin kann sie besuchen – und Anne trennt sich tatsächlich von einigen Dingen. Ein erster Schritt auf einem neuen Weg.


Luca-Christin weiß genau: Ihren Weg in eine persönliche Beziehung mit Gott haben Menschen geebnet, die einfach für sie da waren. Im Alltag. Lebendig, echt und aufbauend. Hilfe im Alltag zu erleben, hat sie geprägt (mehr Informationen dazu finden sich in der Ideenbörse auf www.gratishilfe.org). Wie groß ist ihre Freude, dass ihre Gemeinde jetzt erste Schritte geht und darüber nachdenkt, die Impulse von GratisHilfe aufzugreifen: Menschen begegnen, Gottes Liebe erfahrbar machen, im Alltag, ganz praktisch und unkompliziert.
Eine Hilfe in Corona-Zeiten: Erste Schritte gehen wir mit einer digitalen Plattform: Die Testphase für eine Onlinevermittlung von Helfern und Hilfesuchenden ist gestartet. Hilfesuchende können im Herbst mit wenigen Klicks erfahren, ob in ihrer Nähe ehrenamtliche Gratishelfer oder befreundete Werke aktiv sind: erste Schritte zu einer unkomplizierten Vernetzung.


Eine Frage an die eigene Gemeinde: Machen auch wir einen Schritt auf Menschen zu? Starten wir in unserer Heimat mit einer Aktionswoche? Wer mitmacht, kann erleben wie Hilfe Menschen verändert. Ein kleines Handbuch für die Planung und Durchführung einer Aktionswoche findet sich auf www.gratishilfe.org, in unserer Materialkiste.

Martina Todesko, Projektkoordinatorin der GratisHilfe

 

Bischöfliche Video-Spaziergänge

Der freundliche Herr, weiße Haare, gescheitelt, markante rötliche Brille ist kein Fremder. Er ist unterwegs, im öffentlichen Park, im (Englischen) Garten, unter Bäumen, am
Fluss und am See: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), blickt in seine Handy-Kamera. Und kommt sofort zur Sache: Er zitiert einen Bibelvers und gibt einen kurzen Video- Impuls zum Tag. Mal spricht er über Psalm 126 („Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten“), erinnert an Auschwitz, die „Abgründe der Unmenschlichkeit“, und fragt nach dem Samen in diesem unermesslichen Leid. Seine Überzeugung ist: Israeliten haben diese Worte schon vor Jahrtausenden gesungen, in der „verzweifelten Erfahrung, dass die Abgründe nicht das letzte Wort sind“ – und als Christen heute „haben wir die Aufgabe, dem Antisemitismus und anderen Formen von Menschenfeindlichkeit "entgegenzutreten“. Ein anderes Mal geht es um Josua 24 („Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen“). Hier geht es um die Frage, erläutert Bedford-Strohm, woran, an welchen Göttern, das Volk Israel in Zukunft sein Leben orientierenwill. Was ihn beeindruckt, ist die „klare Entscheidung,nicht einem ‚Konsum-, Schönheits- oder Macht-Gott‘ zu folgen“. Außerdem: Glaube braucht Weitergabe, in der Familie – „das ist die beste Grundlage für Kinder und ein von Grundvertrauen geprägtes Leben“. In einer mehrteiligen Serie nimmt er sich des „Vaterunsers“ an. Der EKD-Ratsvorsitzende hält seitMonaten diese Zweieinhalb-Minuten-Kurzandachten, über seinen Facebook-Kanal. Angefangen hat er am 17. März, nachdem alle öffentlichen Versammlungen, auch Gottesdienste, abgesagt worden waren. Er tut das, was er schon beim ersten Video beschrieben hat: „andere Wege“ gehen, „um die gute Botschaft des christlichen Glaubens weiterzusagen und Kraft daraus zu schöpfen“. Jeden Morgen neu. Er endet jedes Mal mit einem Segen: „Geht gesegnet und behütet in diesen Tag!“

Jörg Podworny

 

Eva und die Schlange – erste Falschmeldung der Menschheit

Wer aufmerksam in den Sozialen Netzwerken unterwegs ist, merkt sofort: Die Corona-Pandemie sorgt für jeder Menge wilder Theorien und Falschmeldungen in Form von Videos, Grafiken und Texten. Auch wir Christen sind davor nicht geschützt. Bereits in der Bibel taucht die erste „Fake News“ auf. Topaktuell, obwohl es um Adam und Eva geht, zu einer Zeit, als das Paradies noch Paradies war. Da fragt die Schlange Eva: „Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?“ (1. Mose 3,1). Die Schlange stellt eine Frage, in der bereits etwas behauptet wird, nämlich dass Gott gesagt habe, sie sollten nicht von allen Bäumen im Garten essen. In eine Frage kann man alles hineinpacken; damals wie heute. Fragen sind eben keine Behauptungen, müssen also keine wahren Tatsachen in sich haben. Mit Fragen kann man sich aber die Sympathie oder das Interesse seines Gegenübers erschleichen.
Eva stimmt der Schlange nach ihrer Frage innerlich bereits zu (sie hatte von Adam gehört, dass Gott gesagt hätte, sie dürften von allen Bäumen essen, nur vom „Baum der Erkenntnis“ nicht; 1. Mose 2,16-17). Die Schlange erschleicht sich weiter das Vertrauen von Eva: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: An dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ „Gut und Böse“, das sagte auch Gott. Und so sein wie Gott, kann doch auch nur gut sein. Aber: Gott sprach eindeutig vom drohenden Tod. Die Schlange verneint das. Wie es weiter ging nach dieser Lüge, wissen wir heute.
Paulus mahnt später im Brief an die Korinther, dass sich ihre Gedanken nicht abwenden „von der Lauterkeit und Reinheit vor Christus“ (2. Kor 11,3). Seine Furcht ist begründet. Heute haben Internetnutzer in Chats oder YouTube-Videos die Aufgabe der Schlange übernommen. Ein Nutzer versucht Vertrauen zu schaffen. Ein Teil seiner Behauptungen stimmt, ist nur leicht verfälscht oder in eine Frage verkleidet. Und einige Punkte sind schlichtweg erlogen. Für uns als Christen heißt das: Auch bei Freunden aufpassen, was wir teilen, liken oder weitergeben – und aufpassen darauf, ob sich jemand versucht, unser Vertrauen zu erschleichen. – Hilfe dafür bietet auch mein Internetangebot www.QuellenCheck.de, das einen Prüfpfad hat – an dessen Ende jeder Nutzer selbst entscheidet,ob er einer Quelle vertrauen kann.

Michael Voß, Vorstandsvorsitzender der Christlichen Medieninitiative pro.