© JOUSSENKARLICZEK

Lebenselixier Bibel

Eine Einführung in die 175. Allianzgebetswoche vom 10. bis 17. Januar 2021

Worte von Menschen können trösten, aufbauen und lebensstärkend wirken. Gottes Wort hat die Macht, Leben zu schaffen und Leben hervorzubringen. Gott sprach und es wurde. Gott spricht und es geschieht. Gottes Wort ist die Quelle des Lebens, aus der wir schöpfen dürfen, jeden Tag neu. Deswegen ist das Hören auf Gottes Wort, das Lesen und Studieren der Bibel für uns Menschen lebensentscheidend. Weil der Geist Gottes durch die Heilige Schrift wirkt und Glauben wecken will, ist es umso wichtiger, dass dieses Wort Gottes bekannt gemacht und in alle Welt getragen wird.
Ich denke an einen Perser, der eigentlich Imam werden wollte, und sich und anderen die Frage stellte: Wer ist Gott? An einem Gebäude in Teheran findet er nur drei Worte der Bibel: „Gott ist Liebe“. Er kommt zum Glauben an Christus und gibt seitdem Gottes Wort an unzählige Landsleute weiter. Mir kommt ein Türke in den Sinn, der über das Radio hörte, wie der Text aus Johannes 8,1-10 gelesen wurde. Diese Worte berührten sein Herz. Er forderte ein Neues Testament an und beim Lesen des Johannesevangeliums – so erzählte er mir – fand er zum Glauben an Christus. Auch Sie als treue Beterinnen und Beter werden ähnliche Erlebnisse mit der Bibel gemacht haben: dass die Worte der Bibel Sie zum Glauben geführt und Ihren Glauben gestärkt haben. Immer wieder erlebe ich als Bibelleser, dass sich mir das Wort der Heiligen Schrift neu erschließt, wenn ich auf das Wort Gottes höre und gehorche. Das heißt: Ich stelle mich im Gehorsam unter das Wort, denn nur so wird die Bibel ihre lebensspendende und lebensschaffende Kraft entfalten können. Vergleichbar ist das mit einer Wasserdusche. Nur wenn ich mich richtig unter das Wasser stelle, wird es mich erfrischen können. Entferne ich mich, entziehe ich mich diesem Lebenselixier.

Das Wort Gottes: Aufnehmen und seine Außen-Wirkung erleben

Das Thema für die Allianzgebetswoche 2021 – Lebenselixier Bibel – wurde gemeinsam von der Schweizer und der Britischen Evangelischen Allianz (dem Réseau évangélique suisse RES und der Biblica – The International Bible Society) erarbeitet. Wegen der Pandemie war die Vorbereitung für alle Seiten herausfordernd. Mein Dank geht dabei an alle, die die Texte erarbeitet und zusammengestellt haben.
Wir haben als Arbeitskreis Gebet in Deutschland dabei die einzelnen Themen in eine gedankliche Reihenfolge gebracht. In den ersten Tagen der Gebetswoche geht es um das gemeinsame Aufnehmen des Wortes Gottes: Hören, Lesen, Nachdenken und Verstehen. Im zweiten Teil der Woche soll es um die Wirkung der Bibel nach außen gehen.

In der Verkündigung des Wortes Gottes gelangen wir nur an die Ohren der Menschen, den Weg zum Herzen will Gottes Geist bahnen. Doch es gibt auch Widerstand gegen Gottes Wort. Die Bibel ist permanent der Kritik ausgesetzt bzw. wird in Frage gestellt. Die verführerische Frage: „Sollte Gott das wirklich gesagt haben?“ 

taucht seit dem Sündenfall in immer neuen Facetten auf. Stelle ich aber die Bibel als Gottes Wort in Frage, entziehe ich mich ihrer lebensspendenden Kraft. Die Kritik an der Bibel geht nicht spurlos an denen vorüber, die sie studieren und verkündigen. Deswegen wollen wir besonders um Vollmacht des Heiligen Geistes für die bitten, die Gottes Wort verkündigen. Die Bibel gibt uns die Anweisung zum Leben. Das gilt besonders in Zeiten der Pandemie, in der unsere gewohnten Gottesdienst- und Veranstaltungsformen in Frage gestellt wurden. „Herr, erbarme dich unser! Erlöse uns von dem Bösen!“ Diese Gebetsrufe dürfen nicht verstummen, weil sie unsere Abhängigkeit von Gott zum Ausdruck bringen. Wir dürfen mit den Worten der Heiligen Schrift beten und werden von Gottes Wort immer wieder aufgefordert: „Haltet an am Gebet. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen, lehrt und ermuntert einander in aller Weisheit mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern. Singt Gott, mit Dank in euren Herzen“ (Kolosser 3,16). Und wer singt – so hat es Augustin gesagt – betet doppelt, damit unsere Seele durchatmen kann. 

Die Gestaltung der Allianzgebetswoche während der Covid-19-Pandemie

Manche haben sich im Vorfeld einen Livestream gewünscht. Den wird es so nicht geben. Wir ermutigen vielmehr die Ortsallianzen, eigene kreative Wege zu gehen, um das gemeinsame Beten während der Allianzgebetswoche zu fördern. Ein Livestream könnte auch zur Passivität verführen. Darum: Wenn größere Gebetszusammenkünfte räumlich nicht möglich sind, so treffen Sie sich doch in Kleingruppen oder bieten vor Ort eine Gebetsveranstaltung im Online-Modus an. Statt einer „Gebetsstunde“ an einem Abend könnte auch ein Gebetstag (24 Stunden) eine Alternative sein. Die Räumlichkeiten einer Gemeinde werden offen gehalten, so dass immer einige wenige die Gebetsanliegen der Gebetswoche aufnehmen. Manche älteren Beterinnen und Beter würden sich freuen, wenn im Zuge der Allianzgebetswoche zum Beispiel vormittags ein Gebetsangebot eingeplant würde. Zudem haben wir auch für Kinder, Jugend, Frauen und Männer wieder Entwürfe zusammengestellt. Die vorgeschlagenen Themen sind dabei nur Entwürfe – und dürfen gerne mit Ihren Ideen erweitert werden. Und für alle kleinen und größeren Gebetszusammenkünfte gibt es ein Versprechen von Jesus: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt bin, da bin ich mitten unter ihnen“. 

Wo finde ich die Lieder und gibt es Folien zu den einzelnen Gebetsentwürfen? 

Hinter den Liedvorschlägen sind die CCLI Lizenznummern angegeben, das erleichtert das Einspielen und Abrufen der Liedtexte. Außerdem werden für die jeweiligen Abende auch Folien auf unserer Seite https://www.allianzgebetswoche. de/ abrufbar sein, auf denen die Gebetsanliegen zu finden sind.

 

Zum Autor

Detlef Garbers, Öffentlichkeitsreferent der Missionsgemeinschaft DMG, Sinsheim und Leiter des Arbeitskreises Gebet der Evangelischen Allianz

Finanzierung durch Spenden und Kollekten

Die Deutsche Evangelische Allianz ist für die Finanzierung ihrer Arbeit auf freiwillige Gaben und Kollekten angewiesen. Wir sind dankbar für alle Unterstützung, die wir dafür erhalten. Die Deutsche Evangelische Allianz ist als gemeinnützig anerkannt und deshalb berechtigt, Zuwendungsbestätigungen zu erstellen, die bei der Festsetzung der Einkommens- und Körperschaftssteuer bis zur Höhe von 20% des steuerpflichtigen Einkommens steuermindernd geltend gemacht werden können.

© chezbeate (canva)