Im Alltag leben - live (Luk. 10, 36-37, Matth. 25, 31-40)

MITTWOCH, 13. JANUAR

Der Bibeltext zum Tag

Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter
"Welcher von diesen dreien ist deiner Meinung nach nun der Nächste dessen gewesen, der unter die Räuber gefallen ist?“ Er sprach: „Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat!“ Da sprach Jesus zu ihm: „So geh du hin und handle ebenso!” Lukas 10,36.37 (Schlachter)

Ergänzungstext
Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt; ich bin ohne Kleidung gewesen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich
besucht; ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist, oder durstig, und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt, oder ohne Kleidung, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis, und sind zu dir gekommen? Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!
Matthäus 25,31-40

Impuls

Wenn wir die Gesellschaft beeinflussen wollen, müssen wir manchmal innehalten und uns die richtigen Fragen stellen, zum Beispiel: Warum tun wir das, was wir tun? Was ist unsere Motivation für unser Engagement für mehr soziale Gerechtigkeit? Was sind die wirklichen Bedürfnisse? Wir sollten Experten für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen werden. Jesus wusste, dass das Fragenstellen eine weise Methode ist, um Menschen zu lehren und ihnen so zu helfen, reifer zu werden. Aber auch Jesus wurde gefragt, und durch seine Antworten lehrte er die Zuhörer. Es gab etwas, das Menschen aller Schichten und Generationen zu Jesus zog, um ihm Fragen zu stellen. Einmal stand ein Schriftgelehrter auf, um Jesus zu prüfen. „Lehrer“, fragte er, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ „Was steht im Gesetz?“, antwortete er. „Was liest du dort?“ Er antwortete und sprach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst“ (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). „Du hast richtig geantwortet“, antwortete Jesus. „Tu das, so wirst du leben.“ Aber er wollte sich rechtfertigen und fragte Jesus: „Und wer ist mein Nächster?“ (Lukas 10,25-29.). Jesus antwortet also mit dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Ab- schließend stellt er eine weitere Frage: „Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?“ (Lukas 10,36). Der Schriftgelehrte entdeckt, dass soziale Gerechtigkeit damit beginnt, einfach ein Nächster zu sein und dort Mitgefühl zu zeigen, wo er sich gerade befindet. Jeder Christ ist berufen, ein „Nächster“ zu sein, und mit anderen in Kontakt zu sein. Wir haben keine Kontrolle darüber, wer als guter Samariter in unser Leben tritt. Aber wir haben jederzeit die Möglichkeit, uns wie solche gegenüber anderen zu verhalten. Öffnen wir unsere Augen für die Welt um uns herum! Durch konkrete Handlungen und durch unsere Einstellungen ruft Jesus uns dazu auf, gemeinsam mit ihm eine gerechtere  Welt zu schaffen. Unser Engagement beinhaltet zwei Beziehungen: Eine mit Gott und eine mit unserem Nächsten – es ist der gleiche Auftrag. Gottes Gerechtigkeit ist immer sozial. Lasst uns gemeinsam seine Gerechtigkeit suchen! Die Menschen lesen vielleicht nicht die Bibel, aber sie lesen unser Leben. „Geh und mach etwas!“: Diese Herausforderung gab General William Booth, der Gründer der Heilsarmee, seinem Sohn Bramwell, nachdem er die Notlage vieler Obdachloser  in London gesehen hatte. Geh und lebe das Evangelium!

 

Reflexion

  • Die Aktion des Barmherzigen Samariters kostete ihn persönlich etwas. Sind wir bereit, den Preis zu zahlen, wenn der Herr erwartet, dass wir „etwas tun“?
  • Der Samariter bat den Wirt um Hilfe und vertraute ihm seinen Nachbarn an. Wer kann uns helfen, soziale Gerechtigkeit zu erreichen – auch außerhalb unseres üblichen „Kreises“?
  • Stellen wir Fragen als Entschuldigung, um unsere von Gott gegebene Fürsorgepflicht nicht auszuüben?
  • Wie kann ich heute jemandem ein mitfühlender Nachbar sein?

Gebet

„Herr, ich frage mich: Was ist göttlich an meinem Glaubensbekenntnis, wenn ich blind für menschliche Bedürfnisse bin? Es braucht Mut, Gerechtigkeit zu suchen, gegen den Strom zu gehen, aber du hast ein klares Gebot gegeben; genau wie der Barmherzige Samariter zu handeln. Öffne meine Augen und mein Herz, um auf dem Weg, den ich heute gehen werde, für menschliche Bedürfnisse sensibel zu werden. Möge dein Geist des Mitgefühls mich zum Handeln anregen, wenn ich mich mit anderen bemühe, dein Reich hier auf Erden voranzubringen. Mögen wir gemeinsam Gerechtigkeit suchen, deine Gerechtigkeit.“

 

Loben und Danken

Allmächtiger Gott, du bist ein gerechter und liebender Vater. Du bist barmherzig und siehst jeden Einzelnen.
Herr Jesus, danke, dass du uns Fürsorge vorgelebt hast und uns so gezeigt hast, was soziale Gerechtigkeit ist.

 

Buße

Vergib uns bitte, wenn wir aus Egoismus und Unachtsamkeit einem Nächsten die benötigte Hilfe verwehrt haben.
Vergib uns, wo wir hartherzig geworden sind.
Vater, es tut uns leid, wo wir Menschen verurteilen und darum nicht helfen.
Vergib, wenn wir uns als Kirchen und Gemeinden zu wenig um soziale Gerechtigkeit in der Welt kümmern und uns zu stark um uns selbst drehen.

 

Bitte

Öffne unsere Augen und Herzen für den „Nächsten“, gerade auch solche, die von anderen vielleicht ignoriert werden.
Schenke uns ein mitfühlendes und williges Herz zum Helfen. Gib uns Kraft, es Jesus gleichzutun und denjenigen zur Verfügung stehen, die Fragen haben.
Gib uns Mut und Kreativität, um auch unkonventionelle Wege für unsere Nächsten zu gehen.
Hilf uns, dass wir uns der sozialen Bedürfnisse in unserer eigenen Nachbarschaft stärker bewusst werden.
Schenke uns den Mut, zu gehorchen, wenn unser Herr sagt: „Geh und tu es auch“ (Lukas 10,37).

 

Wir beten weiter

• Obdachlose
• Kinder in Not und Einrichtungen, die ihnen helfen, z.B. die Arche
• Frauen, die sich mit dem Gedanken einer Abtreibung beschäftigen
• den Kongress LEBEN.WÜRDE vom 12.-14. März 2021 auf dem Schönblick (Schwäbisch Gmünd)
• den Marsch für das Leben am 18. September 2021 in Berlin
• Migranten und die Gemeinden von Migranten
• die Arbeit in unserem Arbeitskreis Migration und Integration unter Leitung von Dr. Detlef Blöcher und unserem Referenten Herbert Putz
• Frauen und Mädchen, die in Menschenhandel und Prostitution hineingeraten sind
• die Arbeit der Heilsarmee in Deutschland und weltweit
• alle, die im Pflegedienst, in Krankenhäusern, bei Polizei, Feuerwehr und im Rettungsdienst tätig sind

 

Liedvorschläge

  • Mir ist Erbarmung widerfahren (CCLI 4343507)
  • Herr in deinem Namen treffen wir uns hier (CCLI 4327949)
  • Amazing Grace (CCLI4935355)

Spendenprojekt des Tages

Die EAD finanziert sich fast ausschließlich durch Kollekten und Spenden. Die wenigen hauptamtlichen Mitarbeiter unter Leitung des Generalsekretärs Dr. Reinhardt Schink, unterwegs zu den örtlichen Allianzgruppen, Verkündigungs- und Beratungsdiensten, aber auch in der kleinen Geschäftsstelle in Bad Blankenburg, müssen finanziert werden. Mit Ihrer heutigen Kollekte unterstützen Sie die allgemeine Allianzarbeit in Deutschland.

Zusammengestellt von:

E. Jane Paone, Kommissar der Heilsarmee für die Schweiz, Österreich und Ungarn, und Brigitte Kreuzwirth, Evangelische Allianz Österreich