01.04.2018

Die Zeichen stehen auf Veränderung

SPRING 2018: Hartmut Steeb geht – Armin Jans kommt

Rekordbeteiligung: Mehr als 3.800 Besucher bei SPRING 2018

Das GemeindeFerienFestival SPRING in Willingen wurde in diesem Jahr zum 20. Mal veranstaltet. Und zum „kleinen Jubiläum“ gab es einen Besucherrekord: Mehr als 3.800 überwiegend evangelische Christen – so viele wie nie vorher – erlebten fünf Tage lang die klassische SPRING-Mischung aus Familienfreizeit, Evangelisation, Glaubensfest und Schulungskongress. Bei der Eröffnungsfeier am Ostermontag betonte die Theologieprofessorin Mihamm Kim-Rauchholz (Bad Liebenzell), für den christlichen Glauben sei die Überzeugung zentral, dass die Auferstehung Jesu tatsächlich stattgefunden habe. Laut Umfragen glaube nur noch die Hälfte der Christen in Deutschland, dass Jesus nach der Kreuzigung wirklich von den Toten auferstanden sei, sagte sie in ihrer Predigt. Die Überzeugung, dass das Grab am Ostermorgen leer war, sei aber das „Alleinstellungsmerkmal“ des christlichen Glaubens. „Der Gott unseres Glaubens ist kein toter Gott“, sagte Kim-Rauchholz. Seine Macht sei „nicht gebunden ist an unsere menschlichen Möglichkeiten wie Geld, Gesundheit, Bildung, Politik oder Raum und Zeit“. Er lasse sich von den Menschen durch nichts trennen, „komme was wolle: Mächte, Gewalten, Gegenwart oder Zukunft, Höhen oder Tiefen, Leben oder Tod“. Deshalb dürften Christen mit seiner kraftvollen Gegenwart auch im Alltag rechnen. Die SPRING-Zahlen waren schon in den Vorjahren kontinuierlich gestiegen: 2017 kamen rund 3.500 Teilnehmer, 2016 etwa 3.300. Im Abschlussgottesdienst wurde der bisherige Vorsitzende des Arbeitskreises SPRING, Hartmut Steeb, verabschiedet. Der 64-Jährige Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz leitete den Arbeitskreis seit seiner Gründung 1996. Das erste Festival fand 1998 statt.

Vor dem heutigen Festivalort Willingen gastierte SPRING jahrelang im bayerischen Ruhpolding. Als neuer ehrenamtlicher Vorsitzender von SPRING wurde Armin Jans (Bad Liebenzell) begrüßt, der Leiterder Christlichen Gästehauser Monbachtal.

Für EiNS beschreiben der alte und neue SPRING-Vorsitzende einen Rück- und Ausblick:

Hartmut Steeb: Das Modell GemeindeFerienFestival SPRING ging in Serie

Die 20. SPRING-Woche in 20 Jahren liegt hinter uns. Mit dem Titel des GemeindeFerienFestivals 2012 kann ich nur festhalten: „Unglaublich“. Denn das war nicht unsere Vision, als wir nach vielen Vorbereitungsrunden zur Tat schritten und 1996 einen neuen Verein gründeten, um ein solches neues Event auf die Beine zu stellen. Ja, wir sahen manche Nöte und Herausforderungen und wollten mit einem Modell einer „post-modernen“ Bibel- und Glaubenskonferenz eine Richtung aufzeigen. Dass das Modell dann in Serie ging – wer konnte das wissen?

Glaubenskonferenzen waren auf dem Rückmarsch. Familienfreizeiten auch. Gemeinde als Familie und Familie wieder als Gemeinde gestalten war eine der Sehnsüchte. Das Thema der Einheit der Christen war eine offene Baustelle. Die Einheit der Generationen ohnehin. Und dann noch die Brücke zwischen Glauben und Leben, die Frage der Ganzheitlichkeit unseres Christseins?

20 Jahre danach zeigen, dass vieles gegriffen hat. Die Gemeinde des Jesus Christus ist mehr zusammengewachsen. Referenten, die sich sonst nur aus der Ferne kannten, haben miteinander gearbeitet, Bibelarbeiten gemeinsam gestaltet, obwohl sie aus unterschiedlichen Traditionen und Denominationen kommen. Generationen gehen zum gleichen Festival. Kinder und Teens ziehen ihre Eltern und Großeltern mit. Bibelarbeit und Sport werden nicht als Konkurrenz dargestellt, sondern als Ergänzung. Ein für den Werktagsglauben taugliches Konzept! Andere Konferenzen haben manches daraus gelernt. Das war Absicht. Wir wollten Gemeindeleben und auch ein Stück christliche Kultur verändern. Wir konnten 60.000 Teilnehmer zählen (die durchschnittlich dreimal teilgenommen haben, also rund 20.000 Menschen). Viele schreiben und sagen uns, dies sei eine der ganz wichtigen Wochen gewesen, nicht selten auch mit wichtigen Weichenstellungen.

Wenn ich zusammenfasse: Wir haben viele Zielsetzungen weithin erreicht.

• Viele persönliche Veränderungen im Leben vieler Menschen sind bezeugt.

• Die Einheit wurde gefördert.

• Generationenkonflikte in Gemeinden und im evangelikalen Bereich insgesamt wurden wesentlich entschärft.

• Es wurde gelernt, miteinander über die Konfessionsgrenzen hinaus zu arbeiten.

• Ganzheitlichkeit ist selbstverständlicher geworden.

• Wir haben Nachahmer gefunden.

„Danke. Macht.Sinn“ war das SPRING-Motto 2008. Stimmt!

 

Armin Jans im EiNS-Interview: „Vielfältig und doch eins – das liebe ich!“

Armin, wie bist du zu SPRING gekommen? Und in welchem Bereich lag zuletzt deine SPRING-Verantwortung?

Ich bin seit rund 15 Jahren bei SPRING dabei: anfangs als Referent bei Bibelarbeiten und Andachten – und nach ein paar Jahren als Mitglied des Arbeitskreises und des Programm-Planungsteams. In den vergangenen Jahren war ich – neben meiner Mitarbeit in den „Gremien“ – zuständig für die Planung der Start-Programme, die multimedialen Bibelarbeiten und die „Seelen-Abende“ in der Katholischen Kirche.

Was macht für dich wesentlich den Charakter von SPRING aus?

Den Charakter beschreibe ich gerne mit: „vielfältig“ und doch „eins“. Viele Christen, ein Herr. Viele Formen, eine Botschaft. Viele Angebote, ein Ziel. Viele Meinungen, ein Glaube. Viele Ideen, ein Fokus. Es geht bei SPRING spürbar nicht um „Feststellung der Unterschiedlichkeit“, sondern um „Leben der Gemeinsamkeit“. Das liebe ich!

Warum hast du Ja gesagt, als man dich wegen der Nachfolge von Hartmut Steeb angefragt hat?

Nach der Anfrage hab ich zuerst überlegt, gebetet, mit Ehefrau und Kindern gesprochen … dann hab ich Ja gesagt. Und das aus folgendem Grund: Mein Herz schlägt schon viele Jahre für SPRING – und für das Anliegen, dass Christen sich nicht auseinander-dividieren, sondern zusammen-glauben.

SPRING wird auch mit neuem Leiter SPRING bleiben. Wo siehst du dabei weitere wichtige Akzente, die in Zukunft bei SPRING (auch) noch eine wichtige Rolle spielen sollten?

Ich hätte schon einige Fragen, was die Zukunft von SPRING betrifft. Zum Beispiel: Welche inhaltlichen Schwerpunkte brauchen „Christen und ihre Freunde“ in den kommenden Jahren? Wie könnte SPRING noch mehr Impulse in den Ort Willingen senden? Wie können wir Christen noch mehr untereinander vernetzen – und so gesellschaftlich wirkungsvoller werden? Ich bin gespannt, gemeinsam mit dem ganzen SPRING-Team nach und nach Antworten auf diese Fragen zu finden.

Wenn du dir eine Top-Referentin oder einen Top-Künstler aussuchen könntest, die oder der noch nicht bei SPRING dabei war: Wer wäre das?

Hatten wir nicht schon alle Top-Referenten im Programm? (zwinkert) Mein Augenmerk möchte ich auch auf bisher unbekannte Referenten und Künstler richten.

Und welche Schlagzeile würdest du gern über SPRING 2019/2020 lesen?

„So viele Unterschiede … so wenig Unfrieden – wie Christen Christus feiern …“

Die Fragen stellte Jörg Podworny