Ausgabe 1/2019

Der Jude Jesus
Wie nah sind sich Christen und Juden?

Der Jude Jesus

Liebe EiNS-Leser,

bei den Bad Blankenburger Allianzkonferenzen erklingt immer wieder
das alte Lied von Hans Christian Tischer „Wir fragen nicht, wo kommst
du her und nicht nach dem, was trennt“. Das ist eindrücklich, weil es
auf das Ziel gerichtet ist und klar macht: Ganz gleichgültig, wo du
auch immer herkommst, wir gehören zusammen, wenn wir zu Jesus
Christus gehören. Das ist das Verständnis der Gemeinschaft in der
Evangelischen Allianz pur. Wir gehören in eine Familie, weil wir Kinder
Gottes sind. Wir gehören zur einen Herde, die dem gleichen Hirten
folgt. Wir sind ein Leib, weil wir durch das Haupt Jesus Christus geleitet
werden und miteinander verbunden sind. Das ist unzweifelhaft wahr.

Aber im zweiten Schritt gilt: Wenn wir uns verstehen wollen und
die Menschen um uns her, ist es natürlich sehr nützlich, mehr über die
Herkunft zu wissen. Wir wissen ja heute alle sehr viel mehr von der
vorgeburtlichen Prägung, den wichtigen Grundlagen, die in der frühen
Kindheit gelegt werden. Und es ist ein gewaltiger Unterschied, je
nachdem wo ein Mensch geboren wurde und aufwuchs, welche Einflüsse
und Prägungen er mitgenommen hat. Auch darum hat ja der
Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick schon gesagt: „Man
kann in der Auswahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein.“
Was sind die Grundlagen unseres Glaubens?

Und darum ist es auch so wichtig, dass wir unser Christsein verstehen.
Wo kommen wir her? Was sind die Grundlagen unseres Glaubens? Das
Neue Testament beginnt mit der Ankündigung der Geburt des Gottes-

sohnes Jesus Christus. Doch zum Verständnis dessen, was dadurch
geschehen ist, greifen die Apostel in den neutestamentlichen Schriften,
aber auch Jesus Christus selbst, oft weit zurück. „Im Anfang war das
Wort …“ schreibt Johannes (Johannes 1,1) und das „Wort ward Fleisch
und wohnte unter uns“ (1,14). „Von Anfang an war es nicht so“ (Matthäus
19,9), sagt Jesus, gerade wenn es um Grundfragen der Ethik
geht. Dadurch macht er deutlich, dass nicht die herrschende Zeitmeinung
entscheidend ist, sondern der grundlegende Wille Gottes. Man
wird wohl sagen dürfen, dass Jesus in diesen Fragen im besten Sinne
des Wortes „radikalisiert“, die Fragen von den Wurzeln her behandelt.
Das kommt in dem siebenfachen „Ich aber sage euch“ in der Bergpredigt
(Matthäus 5) besonders stark zum Ausdruck. Er sei auch nicht gekommen
„das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen“
(Matthäus 5, 17), so stellt Jesus eindeutig klar. Wir müssen wissen, wo wir
herkommen. Das betonen wir in dieser EiNS-Ausgabe mit dem Titel
„Jesus, der Jude“ besonders. Zum richtigen Verständnis des christlichen
Glaubens braucht es die Rückbesinnung auf die Erwählung Abrahams
zum Stammvater des Volkes Israel, auf die Geschichte Gottes mit seinem
Volk. Aus diesem erwählten Gottesvolk heraus kommt der Gesalbte,
Jesus Christus, zum Heiland der ganzen Welt. Darum gilt „Die Wurzel trägt
dich“ (Römer 11,18). Viel Freude beim Studium der EiNS, neue und
vertiefende Erkenntnisse, wachsende und gestärkte Freude im gemeinsamen
Glauben an Jesus Christus und darum auch in der Gemeinschaft der Kinder
Gottes, in der Evangelischen Allianz, wünscht Ihnen

Ihr Hartmut Steeb

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2019/1 EiNS-Magazin

Der Jude Jesus

Wie nah sind sich Christen und Juden?

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