EiNS aber fehlt Dir...

Ausgabe 2/2026

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EiNS-Magazin 2/2026

EiNS aber fehlt Dir...

Wenn Jesus Klartext spricht

Liebe Freunde der Evangelischen Allianz,

Es gibt Sätze Jesu, die klingen wie ein leises, präzises Klopfen an der Tür unseres Herzens. Nicht laut – aber so, dass man sie nicht mehr los wird. Einen davon spricht Jesus zu dem reichen Jüngling und zu Martha: „Eins aber fehlt dir.“ Jesus sagt dies nicht kalt oder vorwurfsvoll. Im Gegenteil: Er schaut den jungen Mann an – und hat ihn lieb.

Was fehlt uns?
In der Begegnung mit Martha spüren wir den gleichen Herzschlag: „Martha, Martha“, erwiderte der Herr, „du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.“ Sorge und Unruhe – das verstehen wir in unserer Zeit. Gerade in turbulenten Zeiten ist es so wohltuend, dass Jesus auf das Eine fokussiert, das fehlt und doch so notwendig ist, also was die Not wendet. In dieser Ausgabe des EiNS-Magazins wollen wir genau dieser Frage nachspüren. Was ist dieses Eine? ER darf auch in unserem Leben seine Diagnose stellen, die zugleich eine Einladung ist: Lass los. Komm. Folge mir. Woran hängt mein Herz so, dass ich Jesus zwar bewundere, ihm aber nicht wirklich folge? Martin Grünholz beschreibt in seinem Artikel sehr treffend, wie schnell wir das Evangelium „domestizieren“: Es tröstet uns, aber wir lassen uns nicht mehr von Gottes Wort herausfordern – und verhindern so, dass sich seine lebensverändernde Kraft entfaltet. Jesus spricht Klartext und wir tun gut daran, seine Worte nicht weichzuspülen. Seine Worte sind treffend, aber nicht verletzend, denn ER spricht sie aus Liebe. Diesen Aspekt greift Beate Bittner in ihrem Artikel zu Maria und Martha auf. Damit verdeutlicht sie den roten Faden des EiNS Magazins: Was ist das Beste – und wie ergreifen wir es? Wir können vieles „richtig“ machen und trotzdem das Entscheidende verpassen: Jesus selbst.

Nur bei Gott möglich
Es geht Jesus nicht darum, dass wir weniger Verantwortung übernehmen, sondern um mehr Nähe zu ihm. Das ist das Beste. Und dies verändert unser Verhalten: Andreas Timm erinnert uns an die vergessene Stärke der Milde. Sie ist nicht Schwäche, sondern kontrollierte Kraft. Es geht nicht darum, jedes Wortgefecht zu gewinnen, sondern das Herz unseres Gegenübers. Deshalb ändert sich unser Tonfall.

Wir bleiben nicht mehr vereinzelt, sondern suchen das Miteinander. Sr. Nicole Grochowina schreibt über Kommunitäten und den „Traum von Einheit“ – und benennt den Schmerz, wenn Christen getrennt bleiben: „Finde dich niemals ab“ mit dem, was fehlt, und habe Leidenschaft für die Einheit, damit die Welt glaubt. Diese Einheit zu leben ist herausfordernd. Wir erleben es im schwierigen Miteinander der Alten und Neuen Bundesländer. Aber Christopher Dehn weist uns darauf hin, dass hoffnungsvolle Räume der Begegnung entstanden sind. Lebt Gastfreundschaft und lernt von den ärmeren Ländern des Globalen Südens, ruft uns Konstantin Mascher zu. Mit diesem reichhaltigen Programm sind nur ein paar Punkte angesprochen, wie die Nachfolge unser Leben verändert. Viel mehr wäre noch zu nennen. Sie meinen: Das ist viel zu viel und nicht zu schaffen? Stimmt! Es ist wie mit dem Kamel und dem Nadelöhr. Aber Henning Dobers erinnert uns in seinem Beitrag daran, dass der befreiende Satz nicht lautet „Reiß dich zusammen“, sondern „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“ Das ist Evangelium: Nicht mein Leistungsprogramm öffnet das Tor, sondern Gottes Gnade. Das Beste ist nicht „mehr“ – sondern ER. Eins fehlt dir? Dann beginne nicht mit mehr – sondern mit Ihm. Mit einem neuen Platz: zu Jesu Füßen.
Und natürlich würde uns freuen, wenn Sie am Ende dieser Ausgabe sagen würden: Gut, dass es das EiNS-Magazin gibt. Es würde mir sonst etwas fehlen.


Herzliche Segensgrüße
Ihr

Reinhardt Schink
Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland

2026/2 EiNS Magazin

"EiNS aber fehlt dir..."

Wenn Jesus Klartext spricht

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