Gemeinsame Wege finden

Ausgabe 2/2022

Gemeinsame Wege finden

Miteinander: In internationalen Gemeinden. Aktiv für Menschen im Krieg

Liebe EiNS-Leserinnen und Leser,

Liebe EiNS- Leserinnen und -Leser,

Jesus hat Humor! Als unscheinbarer Weggefährte begibt sich der auferstandene  Herr mit zwei seiner Jünger auf die Reise nach Emmaus. Weil sie vermuten, dass Jesus weder Ahnung noch Durchblick hat, beginnen die Jünger Jesus ausführlich zu erklären, was sich in den Tagen zuvor in Jerusalem ereignet hatte. Ihm, der als Einziger in ganz Jerusalem wusste, was sich dort wirklich zugetragen hatte! Die Situation mutet unwirklich an, ja sogar absurd: Der Schöpfer des gesamten Universums lässt sich von seinen sehr beschränkt erkenntnisfähigen Geschöpfen die Welt erläutern. Natürlich hätte Jesus seinen Jüngern sofort alles erklären können. Er hätte sich offenbaren und ihnen einen übernatürlichen Blick in die unsichtbare Welt gewähren können. Aber stattdessen hört Jesus geduldig zu und ist darüber mit seinen Jüngern gemeinsam unterwegs. Erstaunlich. Der Dialog der drei so unterschiedlichen Reisenden startete mit drei Fragen, von denen Jesus zwei stellte. Welche Wertschätzung liegt darin, dass Jesus fragt, seinen Jüngern  zuhört und dabei lange Wege mit ihnen geht.
Mir scheint, dass wir ganz anders geprägt sind. Wir wollen schnelle Antworten und umsetzbare Lösungsvorschläge. Die Beziehungsebene kommt dabei leicht zu kurz.
Ohne es damals wirklich erfassen zu können, durchlebten die Jünger eine Zeitenwende. Etwas ganz Neues, Unerhörtes und Undenkbares hatte mit dem Tod und der Auferstehung begonnen. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Paradigmenwechsel. Die Jünger würden noch viele Gespräche zuerst mit ihrem Meister Jesus und anschließend mit dem Heiligen Geist benötigen, um die neue Dimension sowie die Konsequenzen der neuen Realität auch nur annähernd zu erfassen...

Entdeckungsreise

Wie leichtfertig sprechen wir heute von Strukturbrüchen und davon, dass es so eine Situation wie heute noch nie gegeben habe. Meinen wir das wirklich ernst?
Aber selbst, wenn es so wäre: Wie unsinnig wäre dann doch unser Verlangen, dass alles wie bisher fortgeschrieben wird, wir schnellstmöglich zur „Normalität“ zurückkehren und weiterhin alles unter Kontrolle behalten.
Woher kommt die hin und wieder geäußerte Gewissheit, die jetzige Lage exakt aus Gottes Perspektive bewerten zu können? Wäre es stattdessen nicht sinnvoll, gemeinsam als seine Jünger mit ihm unterwegs zu sein? Die Beziehungsebene zu stärken und ihm zuzuhören, wenn er uns die Schrift in unsere heutige Zeit hinein auslegt? Ihn zu bitten, dass er bei uns bleiben möge und uns seinen Dienst gefallen lassen? Und dann bereit sein, wie das  rot gebrochen und hingegeben zu werden? Dies würde bedeuten, nicht mehr an unseren persönlichen, kleinen Fürstentümern zu bauen, sondern unsere Kronen abzulegen und uns in sein Reich einbauen zu lassen. Deshalb haben wir das Titelthema mit Bedacht gewählt: Miteinander unterwegs. Ich wünsche Ihnen auf dieser Entdeckungsreise viele inspirierende Momente, denn gemeinsam sind wir nicht allein unterwegs.    

Herzliche Segensgrüße
Ihr

Dr. Reinhardt Schink
Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz

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