Miteinander hinhören - hear (Luk. 8, 4-15)

SONNTAG, 10. JANUAR

Der Bibeltext zum Tag

Lukas 8,4-15 

Die Menschen scharten sich in großer Zahl um Jesus, und von Ort zu Ort wurden es mehr, die mit ihm gingen. Da erzählte er ihnen folgendes Gleichnis: „Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Beim
Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg, wo es zertreten und von den Vögeln aufgepickt wurde. Einiges fiel auf felsigen Boden. Die Saat ging zwar auf, verdorrte aber bald, weil die nötige Feuchtigkeit fehlte. Einiges fiel mitten ins Dornengestrüpp. Die Dornbüsche wuchsen mit der Saat in die Höhe und erstickten sie. Und einiges fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfache Frucht.” Jesus schloss mit dem Ausruf: „Wer Ohren hat und hören kann, der höre!” Die Jünger fragten Jesus, was dieses Gleichnis bedeute. Da sagte er: „Euch ist es von Gott gegeben, die Geheimnisse seines Reiches zu verstehen; den Übrigen jedoch werden sie nur in Gleichnissen verkündet. Denn ‚sie sollen sehen und doch nicht sehen, sie sollen hören und doch nichts verstehen.‘ Das Gleichnis bedeutet Folgendes: Die Saat ist das Wort Gottes. Bei einigen, die es hören, ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Der Teufel kommt und nimmt das Wort wieder aus ihrem Herzen weg, sodass sie nicht glauben und daher auch nicht gerettet werden. Bei anderen ist es wie mit der Saat, die auf felsigen Boden fällt. Wenn sie das Wort hören, nehmen sie es mit Freuden auf. Aber sie sind wie Pflanzen ohne Wurzeln; zunächst glauben sie, doch wenn eine Zeit der Prüfung kommt, wenden sie sich wieder ab. Wieder bei anderen ist es wie mit der Saat, die ins Dornengestrüpp fällt. Sie hören das Wort, doch im Lauf der Zeit wird es von den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden, die das Leben bietet, verdrängt, sodass keine Frucht reifen kann. Bei anderen jedoch ist es wie mit der Saat, die auf guten Boden fällt. Mit aufrichtigem und bereitwilligem Herzen hören sie das Wort; sie halten daran fest, lassen sich nicht entmutigen und bringen Frucht.“ (Neue Genfer Übersetzung) 

Impuls

Es ist manchmal zum Verzweifeln. Meine Kinder hören mich einfach nicht.Besonders wenn es ums Aufräumen, Händewaschen oder Schlafengehen geht. Und nach so manchem Gespräch habe ich keinen Schimmer, was mir die andere Person eigentlich sagen wollte. Einander hören, hat offensichtlich nicht nur etwas mit dem Übermitteln von Schallwellen zu tun. Ähnliches hat wohl Jesus erfahren, als er das Gleichnis vom vierfachen Acker erzählte (Lukas 8,4-15). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Jesus ein Gleichnis über das Hören erzählt, und seine Jünger verstehen nicht, was ihr Meister eigentlich meint (Vers 9). Hinter dem für Jesus wohl frustrierenden Erlebnis steckt ein handfestes Drama, das sich in der Bibel ständig wiederholt: Menschen mit hörfähigen Ohren können nicht hören (z.B. Jesaja 6,9; Hesekiel 12,2). Dem Nicht-hören liegt nicht einfach Begriffsstutzigkeit zugrunde. Es scheint Wahrheiten zu geben, die mehr beanspruchen als nur unseren Verstand. Für die Propheten wie auch für Jesus liegt ein viel fundamentaleres, erkenntnistheoretisches Problem vor. Um zu hören, so Jesus, braucht es ein „aufrichtiges und bereitwilliges Herz”. Der Same von Gottes Wort kann im Leben einer bestimmten Art von Menschen besonders gut Wurzeln schlagen und Frucht tragen. Wie werden wir zu solch hörenden Menschen, deren Leben dem „guten Boden” gleicht? Erstens brauchen wir eine grundlegende Erneuerung. Denn unser Herz ist deformiert wie der harte oder dornige Boden im Gleichnis. Etwas in uns widerstrebt dem Reden Gottes. Auf uns allein gestellt, halten wir uns an machterhaltende Ideologien oder bleiben in Selbsttäuschung gefangen. Es braucht einen göttlichen Eingriff, der unser Wesen grundsätzlich ändert. Die Wahrheit, Jesus Christus selbst, muss in uns sein, damit wir hörfähig werden (vgl. Johannes 8,45; 2. Korinther 3,18; 11,10; Epheser 4,14ff). Um hörfähig zu bleiben, ist zweitens ein wahrhaftiger Charakter nötig. Was treibt uns im Innersten an? Was sind unsere Sehnsüchte? Was lieben wir? Sind wir auf das Gute, auf Christus ausgerichtet? Die Erneuerung des Herzens ist ein Geschenk. An einem wahrhaftigen Charakter können wir mitarbeiten. Geistliche Übungen erlebe ich als einen wunderbaren Weg, um ein wahrhaftiger, empfangsbereiter und hörender Mensch zu werden (Stille, Gebet, Fasten, …). Sie sind wie Gartengeräte, die uns helfen, unseren Herzensboden von Beeinträchtigungen frei zu halten und so Raum zu schaffen für den Samen Gottes. 

 

Fragen zum Text:

• Habe ich eine grundlegende Erneuerung durch Jesus Christus erfahren?
• Wie pflege ich einen hörbereiten, wahrhaftigen Charakter?
• Was war das letzte Wort Gottes, welches ich für mich gehört habe?

Lob, Dank und Anbetung

• für alle Menschen, Institutionen und Kirchen, die uns helfen, zu jenen
Menschen zu werden, die Gottes Wort hören und verstehen können
• für die Möglichkeit, dass Gottes Wort frei und für alle hörbar gepredigt
werden kann
• für Religions- und Meinungsfreiheit

Bekenntnis und Buße

• wo wir unseren Herzensboden ungepflegt ließen und so Gottes Reden nicht
mehr zu uns durchdringen konnte
• wo uns Ablenkung und Unterhaltung vom stillen Hören auf Gottes Wort
abgelenkt hat

Bitte

• Herr, verleihe uns ein hörendes Herz. Mach uns erwartungsfroh, wenn wir
die Bibel aufschlagen. Lass uns ganz Ohr sein, auf dein an uns ergangenes
Wort zu hören.
• Herr, verleihe uns ein hörendes Herz. Mach uns zu wahrhaftigen Menschen,
die empfangsbereit sind für das, was du uns durch dein Wort sagen willst.
• Herr, verleihe uns ein hörendes Herz. Schenke, dass wir einander aus unserer
geistlichen Taubheit heraushelfen können. Lass uns zu hörenden
Gemeinschaften werden.

Wir beten weiter

• für theologische Bildungsstätten, dass sie Orte der ganzheitlichen Wissensvermittlung sein können, an denen künftige Verantwortliche auch zu Hörenden werden
• für die Kirchen, dass Menschen durch ihr Wirken eine grundlegende Erneuerung durch Jesus Christus erfahren und so hörfähig werden • für die Regierung von Bund und Ländern, dass sie Weisheit und Umsicht haben, um Entscheidungen zum Wohl der Menschen zu treffen
• dass Vertrauen und Achtung wieder wachsen kann, wo Misstrauen und Vorbehalte gegenüber den Politikern sind
• um neues Vertrauen in die Regierenden und Bereitschaft zum Vergeben, wo Unrecht und Machtmissbrauch geschehen ist
• dass die Regierung verstärkt eine Stimme für das heranwachsende Leben erhebt, Familien stärkt und sich stärker gegen Abtreibungen und Euthanasie einsetzt
• für die Kommunen und Bürgermeister unserer Städte. Wir beten, dass sie ein offenes Ohr für die Bürger haben und sich für das Wohl der Bürger und
die Einheit der Ortschaften einsetzen • für den Arbeitskreis Politik unter Leitung von Lisa Walter, und für Uwe Heimowski, der als Beauftragter der Evangelischen Allianz Deutschland u.a. unsere Anliegen bei Politikern vorträgt und das Gespräch mit ihnen sucht

Liedvorschläge

  • Dass dein Wort in meinem Herzen (CCLI 4329947)
  • Sollt ich meinem Gott nicht singen (CCLI 7135580)
  • Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben (CCLI 4330211)

Spendenprojekt des Tages

Gott ist unser liebevoller Vater, der gern mit seinen Kindern spricht. Deshalb ist Gebet nie umsonst: Kein Gebet geht verloren. Gebet verändert alles und jeden. Die Evangelische Allianz ist seit jeher in erster Linie eine Gebetsbewegung. Helfen Sie uns, dass viele sich in dieses Gebetsnetzwerk einklinken können, so dass Gottes Wille geschieht, im Himmel wie auf Erden. Wir brauchen Unterstützung, u.a. für Erstellung und Produktion der Materialien, z.B.:
• zur Allianzgebetswoche
• die Gebetshefte mit Monatsthemen und täglichen Gebetsanliegen
• die Hefte 30 Tage Gebet für die islamische Welt
• die Ausarbeitung für den Gebetstag für verfolgte Christen
• andere Gebetsprojekte und -aktionen

© stocksnap.io/Ben White

Zusammengestellt von:

Andi Bachmann-Roth, Co-Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz