Ausgabe 2/2017

Verantwortung übernehmen

Verantwortung - na klar!

Liebe EiNS-Leser,

in unseren Zeiten, in denen das Selbst eine große Rolle spielt – Selbstwert, Selbstbestimmung, Selbstentfaltung, Selbstverwirklichung und viele andere „Selbst“ – mag es ungewöhnlich, aber darum umso nötiger sein, an eine einfache Wahrheit zu erinnern: Das meiste im Leben haben wir weder selbst bestimmt noch haben wir es uns selbst erarbeitet. Es wurde uns zugeteilt. Wir haben es als Geschenk, als Gabe erhalten. Das beginnt mit der Tatsache, dass keiner selbst entschieden hat, als Mensch gezeugt und geboren zu werden. Auch die Umstände seiner Geburt konnte niemand selbst wählen. Und so treffend auch das Zitat des Kommunikationswissenschaftlers und Psychologen Paul Watzlawick klingt – „In der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein“ –, so wissen wir alle, dass man sich diese eben nicht aussuchen kann. Auch die Geschwister und Verwandten nicht, den Geburtsort, den Wohnort der ersten Jahre und damit auch die vielfältigen und prägenden Beziehungsjahre. Muttersprache, Gene, Gaben, körperliche und seelische Veranlagungen – man könnte noch vieles hinzufügen. Natürlich bin ich für all das, was mir zugeeignet wurde, auch nicht verantwortlich. Meine Verantwortung fängt da an, wo ich eigene freie Gestaltungsmöglichkeiten habe. Die Frage, was ich aus all dem Guten, was mir gegeben wurde, mache. „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern“, sagt Jesus (Lukas 12,48).

„In Verantwortung vor Gott und den Menschen“

Dieses Wort beschäftigt mich sehr, gerade auch wieder neu im Jahr des Reformationsgedenkens. Was ist uns nicht alles anvertraut worden, gerade hier in Deutschland?! Nicht nur die riesengroße Besonderheit von Freiheit, Frieden, Wohlstand und relativer Gerechtigkeit in unserem Land. Uns sind auch die Schätze der Reformation anvertraut, die wir in diesen Wochen in besonderer Weise heben dürfen. Dies recht zu tun, gehört zu unserer Verantwortung. Und im Rückblick auf das GemeindeFerienFestival SPRING, bei dem wir uns mit den „Solas“ der Reformation befasst haben, wie auch im Ausblick auf die vor uns liegende Bad Blankenburger Konferenz betone ich heute besonders das „Allein die Schrift“.

An was soll sich unser Denken ausrichten? Wer bestimmt unsere Weltanschauung? Worauf soll unser Glaube ruhen? Gottes Wort ist die Norm aller Normen. In der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz ist das so formuliert: „Wir bekennen uns … zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung.“ Darum laden wir ein zu unseren Bibel- und Glaubenskonferenzen, jetzt zur 122. Bad Blankenburger Allianzkonferenz vom 26. bis 30. Juli.

Wir laden dazu ein, sich bei der Konferenz den Kapiteln 9-16 des Römerbriefes zu stellen. Sie nehmen uns hinein in die Fragen eines verantwortlichen Lebens, im persönlichen Umfeld, aber auch im Blick auf diese Gesellschaft, und nicht zuletzt auch im Blick auf Israel, das von Gott besonders erwählte Volk. Diese Akzente spiegeln sich in den Artikeln dieses Heftes. Gott redet zu uns durch sein Wort. Wir antworten ihm und stehen damit auch in der Verantwortung vor ihm, dem Schöpfer Himmels und der Erden, dem Geber aller guten Gaben. Und auch dem, der eines Tages fragen wird, was wir aus den uns anvertrauten Gaben und Talenten gemacht haben.

„In der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ heißt es in der Präambel unseres Grundgesetzes. Ich wünsche mir, dass wir diese Verantwortung neu entdecken und wahrnehmen. Vor einigen Jahren forderte eine junge Generation mit der Formulierung „What would Jesus do – WWJD“ (Was würde Jesus tun?) dazu heraus, sich täglich dieser Verantwortung zu stellen. Ich wünsche Ihnen, dass viele Artikel der neuen EiNS dazu Anregung und Hilfe geben.

In dankbarer Verbundenheit

Ihr
Hartmut Steeb

2017/2 EiNS-Magazin

Lektionen aus dem Römerbrief
Verantwortung übernehmen Für Israel. In der Politik.

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