Ausgabe 3/2017

Faszination Bibel
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Die Ur-Kunde unseres Glaubens

Liebe EiNS-Leser,

das Reformationsgedenkjahr neigt sich dem Ende zu. Was über zehn Jahre lang vorbereitet wurde, auch mit viel Glanz und Gloria bedacht, wird geschlossen. Was bleibt? Hoffentlich – mindestens – die vier Sola, die uns in die Zukunft für das Leben der Christen und Kirchen begleiten. Ein Sola nehmen wir in dieser EiNS-Ausgabe besonders auf: die Bibel. „Sola scriptura“, „Allein die Schrift“. Denn sie ist die UrKunde, die ursprüngliche Kunde des Glaubens. Urkunden beglaubigen einen Zustand. Sie weisen aus, dass es wirklich so ist: die Geburtsurkunde, die Heiratsurkunde, auch die Sterbeurkunde. Die Ur-Kunde der Geschichte Gottes mit den Menschen, die erste Kunde von Gott, ist das Material, mit dessen Hilfe Gott eindeutig und für alle Zeit klar gemacht hat, was er sagt, was er will, wie er wirkt, was er getan hat und tun wird – und was für unser Leben wichtig ist. Auf diese UrKunde des Wortes Gottes ist Verlass.

Darum ist es tragisch – und das darf und muss man gerade im Rückblick auf das Reformationsgedenkjahr auch sagen –, dass in den letzten Jahrzehnten bis in die Kirchen hinein viel Misstrauen dem Wort Gottes gegenüber gesät wurde. Es ist modern geworden, alles anzuzweifeln. Nimmt man nur einmal die Zusammenfassung des christlichen Glaubens, wie sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kommt, dann ist die Bibelkritik mit Händen zu greifen. Wenn Sie anfangen „Ich glaube an Gott, den Vater“, dann fragen schon die ersten, ob es nicht auch die Mutter sein kann. Wenn Sie weitergehen „den Schöpfer Himmels und der Erde“, dann kommt die Frage, ob das denn stimmt, ob nicht doch alles aus Zufall geworden ist. Und wenn Sie an die Geburt Jesu kommen, dann erfahren Sie selbst den Zweifel von Kirchenleitern an der biblischen Botschaft, dass Jesus von der Jungfrau Maria geboren worden ist. Und wenn man gar in manchen ethischen Fragen denkt und sagt, man müsse „in einigen Fragen mit der Schrift gegen die Schrift“, also im Zweifel das Wort Gottes auch gegen ihren Wortlaut auslegen … – dann ist das unreformatorisch!

An Gottes Wort laben Wir dürfen uns nicht wundern, dass die Kirche und unser Glaube kraft- und saftlos wird, wenn wir meinen, dass wir es besser wüssten als Generationen vor uns – und besser, als es das Wort selbst über sich sagt.

Nein, ich verstehe auch nicht jedes Wort der Heiligen Schrift! Auch wenn ich mich seit Jahrzehnten intensiv damit beschäftige, könnte ich noch viele Fragen auf den Tisch legen. Aber mir hat es vor Jahren das Wort aus 2. Timotheus 3,16 angetan, und zwar in der älteren Übersetzung Martin Luthers: „Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Aufdeckung der Schuld, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“ Die vier Großbuchstaben L A B E stehen für ein altes deutsches Wort: Laben. Es bedeutet: sich erfrischen, Kraft tanken, neue Stärke aufnehmen.

Wer Gottes Wort so liest, dass er sich fragt, was dieses Wort lehrt, worin es Schuld aufdeckt, zur Besserung anleitet und zur Erziehung – gemeint ist das altehrfürchtige Wort der „Heiligung“ – führt, der wird genau diese Kraft für sein Leben erfahren. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich an diesem Wort Gottes laben können, wie an einer Wasserquelle, der Quelle gelingenden Lebens – gleich anschließend, wenn Sie das EiNS-Heft gelesen haben.

Die Evangelische Allianz ist eine Bewegung, die der Ur-Kunde des Glaubens traut, auch in Zukunft. Darin bleiben wir verbunden.

Ihr
Hartmut Steeb

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