… AN DEN SCHLEIFSTEIN DER GEMEINDE

DIENSTAG, 14. JANUAR

Der Bibeltext zum Tag

Sprüche 27,17
Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.

Galater 2, 11-16
Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn es war Grund zur Klage gegen ihn. Denn bevor einige von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich  zurück und sonderte sich ab, weil er die aus dem Judentum fürchtete. Und mit ihm heuchelten auch die anderen Juden, so dass selbst Barnabas verführt wurde, mit ihnen zu heucheln. Als ich aber sah, dass sie nicht richtig  handelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas öffentlich vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du dann die Heiden, jüdisch zu leben? Wir  sind von Geburt Juden und nicht Sünder aus den Heiden. Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des  Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht.

Impuls

In Sprüche 27,17 verwendet Salomo das Bild des Schleifens, um zu verdeutlichen, was im täglichen Miteinander hilfreich und notwendig ist. Ein Schwert taugt nichts für den Kampf und ein ungeschliffenes Messer  ist eine Plage in jeder Küche. Deshalb muss alles, was zum Schneiden gebraucht wird, von Zeit zu Zeit geschliffen werden. So unerlässlich wie das Schleifen einer Klinge ist, so soll auch das gegenseitige Schleifen  es Charakters in der Gemeinschaft unter Christen sein. In unserer individualistischen Gesellschaft ein nicht sehr begehrtes Verhalten. Doch Gottes Wort gibt uns anderes vor: Schleifen und geschliffen  werden.  Dort wo sich Menschen begegnen und miteinander zu tun haben, ist die Schleifwerkstatt: Im gemeinsamen Dienst in der Gemeinde, im Gottesdienst, im privaten Rahmen eines Zusammentreffens, in der  Ehe und Familie, am Arbeitsplatz. Wenn man ein Eisen an einem anderen Stück Eisen reibt, wird es geformt und geschärft. In ähnlicher Weise können sich Christen gegenseitig helfen, durch Gespräche, Gedanken, Ermahnung oder Kritik voranzubringen. Dies kann manchmal sehr schmerzhaft sein. Andere zu korrigieren fällt wahrscheinlich leichter, als selbst für Korrektur offen zu sein. Beides ist wichtig und braucht  eine liebevolle und nicht verurteilende Grundhaltung. Unterschiedlichkeit, andere Prägungen und Vorlieben machen manchmal das  so wichtige Miteinander schwierig. Das eigene „für richtig halten“ tritt dann meist in den Vordergrund. Man tut  sich schwer mit dem Gegenüber. Aber ist es nicht gerade dieser Mensch, den Gott dann für das eigene Schleifen gebraucht? Nur in der Gemeinschaft mit anderen kann ich mich in Geduld, Liebe, Vergebung, Annahme  und vielen anderen Lebensbereichen üben und so geformt werden, wie es Jesus gefällt.     

Loben und Danken

Vater im Himmel, du bist groß und wir loben und preisen dich für deine Liebe und dein Wirken unter uns. Du gibst uns Leitung und Weisheit, Segen und Freiheit. Du bist unser Licht auf unserem Weg und dafür beten  wir dich an.

Danke

  • Für meine Geschwister im Glauben, die mir helfen meinen Charakter zu formen.
  • Für manche Korrektur, die mir falsche Wege und Einstellungen aufgezeigt haben.
  • Dass wir frei zusammenkommen dürfen, ich in einer Gemeinschaft sein darf und nicht alleine unterwegs sein muss.

Gebet

Herr, wir danken dir, dass du hier mitten unter uns bist. Segne unsere Gemeinschaft und das gemeinsame Gebet. Leuchte in unsere Herzen hinein und zeige auf, was hinausgehört.

Buße

  • Ich bitte um Vergebung, wo ich ein hartes Herz für Korrektur hatte.
  • Ich bitte um Vergebung, wo ich andere verletzt und hartherzig korrigiert habe.
  • Ich bitte um Vergebung, wenn eigenes Wollen und eigene Wege über deinem Willen standen.

Fürbitte

  • Himmlischer Vater, schenke mir die Bereitschaft, mich von anderen Menschen schleifen zu lassen.
  • Herr Jesus, forme du meinen Charakter durch andere, damit ich dir besser dienen kann.
  • Heiliger Geist, hilf mir, Kritik zu prüfen und anzunehmen.

Allgemeine Gebetsanliegen

  • die Einheit in und unter den Gemeinden und Kirchen
  • die 125. Allianzkonferenz (29.7. bis 2.8.2019), Vorbereitungen und wachsende Teilnehmerzahlen
  • für die rund 35 messianischen Gemeinden in Deutschland und dass wir uns mutig gegen jede Form von Antisemitismus stellen
  • für Gemeinden, in denen es Konfl ikte und Spannungen gibt, dass es nicht zu Spaltungen kommt, sondern Krisen überwunden werden
  • um Erweckung und Mut, die gute Nachricht von Jesus Christus in die Welt zu tragen

Segenswort

Herr, segne unsere Gemeinschaft und unsere Vielfalt, segne unseren gemeinsamen Weg mit dir und die Brüder und Schwestern, die du uns zur Seite stellst.
Amen.

Liedvorschläge

  • Denn du bist groß, ein Gott der Wunder tut (Gitta Leuschner)
  • Anbetung bringen wir dir, Jesus, Gottes Lamm (Edwin Donnabauer)
  • Ich weiß, dass mein Erlöser lebt (Lothar Kosse)
  • Ich will dich anbeten (Licht dieser Welt) (Andreas Waldmann)
  • Wir sind hier zusammen in Jesu Namen
  • Gut, dass wir einander haben (Manfred Siebald)

Zusammengestellt von:

Brigitte Kreuzwirth, Evangelische Allianz, Österreich.

Spendenprojekt des Tages

Seit 1886 findet jährlich die Bibel- und Glaubenskonferenz im Evangelischen Allianzhaus statt: das authentische Fest einer wirklichen „Großfamilie“, mit zuletzt rund 2.000  Teilnehmern aus verschiedenen Milieus und allen Gesellschaftsschichten. Viele von ihnen erfahren hier wesentliche geistliche Impulse. Der (nicht kostendeckende) Konferenzbeitrag ermöglicht allen die Teilnahme.

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